Bei Baufinanzierungen sprechen Experten immer davon, dass mindestens 20% der Kauf- oder Bausumme, die in ein Objekt investiert wird, als Eigenkapital vorhanden sein müssen. Wer handwerklich sehr begabt ist hat ausserdem die Möglichkeit, dieses Eigenkapital durch Eigenleistungen, zum Beispiel durch die Übernahme der Maler- oder Fussbodenlegearbeiten, auszugleichen.

Der Grund für die Forderung von Eigenkapital liegt am Beleihungswert, den die Kreditinstitute für das Haus ermitteln. Dieser Beleihungswert weicht aufgrund einer Risikokomponente ca. 20% vom eigentlichen Verkehrswert ab. So soll sichergestellt werden, dass bei einer etwaigen Versteigerung des Hauses auch wirklich der für die Kreditrückzahlung notwendige Betrag erzielt wird. Sollten Kredite nun 80% des Beleihungswertes übersteigen, gelten sie für die Bank als unbesichert.

Da Kreditanfragen immer weiter zurückgehen und sich auch der Wettbewerb der Institute untereinander erhöht hat, gehen immer mehr Banken dazu über, auf das Eigenkapital zu verzichten. Wird der gesamte Kaufpreis bzw. die gesamte Bausumme eines Objekts finanziert, spricht man von einer 100%-Finanzierung. Werden gar noch die notwendigen Grunderwerbssteuern, die Notarkosten und ggf. Einrichtungsgegenstände mit finanziert, kann sich die Finanzierung sogar auf 120% belaufen.

Von einer solchen Finanzierung ist aber grundlegend abzuraten, denn die Kosten hierfür sind extrem hoch. Da das Risiko der Banken steigt, setzen diese höhere Zinsen an. Zudem ist die Darlehenssumme entsprechend höher. Nicht selten müssen Bauherren bei einer 120%-Finanzierung mehr als 1.500 Euro im Monat aufwenden, um den Kredit zurückzuzahlen. Daher werden derartige Kredite auch nur an Kreditnehmer mit einem hohen monatlichen Einkommen vergeben.

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